Erste Schritte mit Red Hat Linux 9
Ich war ja eigentlich ganz froh, dass ich Red Hat Linux 9 Pro im Amazon.de-Marketplace für knapp 39,- Euro bekommen habe, ein Arbeitskollege holte mich dann gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: “Das gibt es ja garnicht mehr und der Support wurde eingestellt.”
Klasse, erst im Sommer auf den Markt gekommen und schon nur noch ein Abfallprodukt, oder wie? Das mit dem Support mag ich auch nicht glauben, bisher kann ich das Red Hat Network auch noch erreichen, die komplette Installation für up2date habe ich jedoch noch vor mir.
RH 9 bietet leider keine Möglichkeit, NTFS-Partitionen zu verkleinern, also musste ersteinmal Knoppix 3.3 herhalten. Das dort enthaltene QtParted kann dies nämlich. Anschliessend versuchte ich ein paar mal die Installations DVD zum Arbeiten zu bewegen, aber so oft ich es auch versuchte, zuletzt wurde eine grafische Oberfäche angezeigt und danach ging nichts mehr. Nach diversen Tests mit den Bootparametern “noprobe” und “text” aber immer das selbe Ergebnis. Anschliessend versuchte ich es dann noch mit den CDs statt der DVD, aber auch hier das gleiche Ergebnis. Zum Schluss ging ich dann die Bootparameter nochmal der Reihe nach durch und “nosub” brachte dann den gewünschten Erfolg.
Warum bitte ist bei dem Parameter “noprobe”, bei dem die Hardwareerkennung ausgeschaltet sein soll, nicht auch “nousb” integriert? Immerhin ging die anschliessende Installation ganz gut von der Hand, auch wenn ich die Auswahl nach “Desktop”, “Server”, “Workstation”, etc. schon seit Jahren absolut belämmert finde. Keine der Voreinstellungen ist jemals passend, warum macht man da nicht einen netten Wizard draus, der abfragt, ob eine grafische Oberfläche gewünscht ist, danach Serverdienste, etc.? Die ganzen Office- Grafik- und Multimediaprogramme könnte man dann ganz weglassen, wenn der User zu Beginn keine grafische Oberfläche gewünscht hat.
So aber bleibt dem geneigten Benutzer nichts anderes übrig, als alle Pakete von Hand durchzugehen und zu entscheiden, ob er sie benötigt, oder nicht. Dabei sind die Pakete sozusagen zu Superpaketen zusammengeschnürt. Immerhin etwas. Ich finde den Ablauf aber noch erheblich verbesserungswürdig.
Danach hiess es warten und nach dem ersten Booten wunderte ich mich erstmal, weil garkein zusätzlicher User angelegt wurde, ich mich also als Root einloggen musste, um erstmal einen User anzulegen - komisch vor allen Dingen deshalb, weil irgendwann nach dem nächsten Booten doch noch die Maske zum Fertigstellen der Installation kam, inklusive Anlegen eines neuen Benutzerkontos. Entweder hat sich RH da verschluckt, oder ich habe irgendwo was übersehen.
Die ATI Radeon 9200LE wurde nicht richtig erkannt, die Soundkarte auch nicht, obwohl Knoppix 3.3 da kein Problem mit hatte. Zu meiner Überraschung gibt es bei ATI einen Treiber für Linux, auch wenn das dortige Skript zum Testen, welchen Treiber ich denn nun benötigen würde, nicht funktionierte. Ich bin mir also nicht sicher, ob nun der richtige Treiber installiert wurde. Naja, auf jeden Fall funktioniert die Grafikkarte irgendwie.
Java musste ich auch nachinstallieren, weil ich gerne Eclipse und Poseidon UML ausprobieren wollte um den Geschwindigkeitsunterschied zwischen Windows und Linux mal subjektiv zu testen. Auch diese Installation ging ganz gut von der Hand.
Da ich demnächst auch KDevelop 3 ausprobieren möchte, bin ich immer noch etwas skeptisch, was Red Hat angeht, denn obwohl ich alles mögliche von “Blue Curve” auf KDE umgestellt habe, sieht das alles trotzdem noch nicht so richtig nach einem KDE-Desktop aus. Naja, mal abwarten, was die nächsten Tage noch alles so bringen.
Wieso kennt mein Linux eigentlich nicht den Befehl “ifconfig”? Und wie bekomme ich ohne diesen heraus, welche IP-Adresse ich gerade habe?